Gigabit-Studie: Breitband-Ausbau verläuft schneller als erwartet

VATM, der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten veröffentlichte gemeinsam mit Dialog Consult seine 2. Gigabit-Studie. Die Ergebnisse zum Verlauf des Breitband-Ausbau sind dabei wesentlich besser als erwartet.

Hälfte der Haushalte wird versorgt

Das alte Sorgenkind der Bundesrepublik, der Breitband-Ausbau, war in den vergangenen Jahren vor allem für negative Schlagzeilen bekannt. Immer wieder kam es zu Verzögerungen und Streitigkeiten zwischen Anbietern und Politik. Nun scheint all dies überwunden zu sein. Tatsächlich lassen die Ergebnisse der Gigabit-Studie von VATM und Dialog Consult großen Optimismus zu. So soll es rund 24 Millionen gigabitfähige Anschlüsse in der zweiten Jahreshälfte in Deutschland geben. Das sind 5,5 Millionen mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Mehrheit (92 Prozent) werden dabei von den Wettbewerbern bereitgestellt. Der Rest kommt von der Telekom.

Mit diesem Wachstum wird bereits im Sommer die Hälfte der deutschen Haushalte theoretisch über einen Breitbandanschluss verfügen. Der in der Studie prognostizierte Breitband-Ausbau steht allerdings unter der Annahme, dass es nicht zu beträchtlichen Verzögerungen durch die Corona-Pandemie kommen wird. Gerade jetzt, da viele Erwerbstätige auf schnelles Internet im Homeoffice angewiesen sind, wäre die schnelle Ausbaugeschwindigkeit selbstverständlich eine gute Nachricht.

Quelle: VATM

Unzureichende Nachfrage in der Bevölkerung

Eine Sorge der Anbieter bleibt die so genannte Take-up-Rate. Diese fällt bislang zu gering aus. So wird nur ca. ein Viertel der verfügbaren Anschlüsse letztendlich auch direkt genutzt. Häufig kostet die Umstellung Zeit und Mühe, welche Verbraucherinnen und Verbraucher nicht bereit sind aufzuwenden. Die Take-up-Rate muss unbedingt steigen, um einen weiteren Ausbau für Wettbewerber und Telekom zu rechtfertigen. Dazu sind laut Gigabit-Studie Anreize wie Digitalprämien ein probates Mittel. Neben vielen Haushalten, die bereits versorgt sind und nun zusätzlich auf Glasfaser umsteigen können, gibt es selbstverständlich noch weiße Flecken, welche vor 2025 keinen Breitbandanschluss bekommen werden. Diese dürfen laut Studie nicht in den Hintergrund fallen, sondern müssen Teil der langfristigen Initiative werden. Dazu sagt VATM Präsident Martin Witt: „Gigabit für alle ist ein Marathon und kein Sprint“.

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