Was tun gegen Winterdepression?

Am vergangenen Wochenende fand die Zeitumstellung statt. Die Tage wurden schlagartig kürzer und gleichzeitig hat sich prompt der goldene Herbst samt Temperaturen mit knapp 20 Grad aus der Bundesrepublik verabschiedet und nasskaltem Wetter Platz gemacht. Für viele Menschen bedeutet dies schlechte Laune, welche sich über mehrere Monate hinziehen kann. Doch was genau ist die so genannte Winterdepression und was lässt sich dagegen unternehmen?

Wie äußert sich die Winterdepression?

In den Winter- (und Herbstmonaten) fühlen sich viele Menschen abgeschlagen und kraftlos. Dies geht oft mit einem höheren Schlafbedarf sowie Hungergefühl einher. In manchen Fällen kann es zu schlimmen depressiven Phasen mit völliger Antriebslosigkeit, Ängsten und Suizidgedanken kommen.

Was ist die Winterdepression?

Amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschrieben die Winterdepression erstmals in einer Studie im Jahr 1984 als saisonal-affektive Störung. Sie ist vor allem abhängig von der Tageslänge und damit stark verbunden mit der geographischen Breite eines Ortes. Je weiter entfernt eine Person vom Äquator wohnt, desto höher ist die Chance, an einer Winterdepression zu leiden. Zusätzlich sind die Symptome häufig umso gravierender, je kürzer die Tage sind. Laut der Gruppe von Wissenschaftlern wird die saisonal-affektive Störung maßgeblich von der verkürzten Zeit, in der Licht auf die Netzhaut auftreffen kann, verursacht. Dies wirkt sich auf die Produktion von Serotonin und dem Schlafhormon Melatonin aus. In neueren Studien wurde als weitere mögliche Ursache die verminderte Aufnahme von Vitamin D identifiziert. Vitamin D wird im Körper produziert, wenn Sonnenstrahlen auf die Haut auftreffen.

Behandlung

Betroffene müssen keineswegs jedes Jahr aufs Neue unter den Symptomen leiden. Je nach Ursache, bzw. Symptomatik, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Ein Bluttest klärt über einen möglichen Vitamin-D-Mangel auf, welcher einfach mit Tabletten behandelt werden kann. Für Menschen, die aufgrund von Lichtmangel an der Winterdepression leiden, kann das tägliche Sitzen vor einer Tageslichtlampe für ein bis zwei Stunden ebenfalls die Symptome lindern oder sogar ganz verschwinden lassen. In schweren Fällen von depressiven Phasen kann auch eine Behandlung mit Antidepressiva angedacht werden.

Bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen handelt es sich um Krankheiten, welche jede/n treffen können. Sie sind kein Zeichen von Schwäche und Betroffene sollten sich in jedem Fall Hilfe suchen. Notrufnummern für Suizidgefährdete bieten Hilfe für Menschen, die über Selbstmord nachdenken oder für Menschen, deren Bekannte dies tun. In Deutschland ist diese kostenlos unter 0800/111 0 111 erreichbar. Hilfe kann man auch im Netz unter https://www.telefonseelsorge.de/ finden.

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