Corona-Warn-App zum Download verfügbar

Seit wenigen Tagen kann die neue Corona-Warn-App endlich heruntergeladen werden und noch scheiden sich die Geister über die Anwendung. Im folgenden Artikel erfahren Sie, ob was an der Kritik dran ist.

So funktioniert die Corona-Warn-App

Das wichtigste vorweg: Niemand ist gezwungen, die App zu installieren, auch wenn eine möglichst hohe Userzahl notwendig ist, damit das Warnsystem funktioniert. Darüber hinaus kann die App jederzeit wieder deaktiviert oder deinstalliert werden. Die Funktionsweise ist, wie bereits seit einigen Wochen bekannt, wie folgt: Geräte, auf denen die App installiert ist, senden alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonyme Identifikationsnummern per Bluetooth-Signal aus. Wenn eine Person sich als infiziert meldet, bekommen alle Nutzerinnen und Nutzer eine Benachrichtigung, welche sich in den vergangenen Wochen mindestens 15 Minuten innerhalb von 2 Metern oder näher neben der Person aufgehalten haben.

Datenschutz

Die wohl größte Sorge der Corona-Warn-App-Gegner ist der Datenschutz. So glauben manche, dass die App es dem Staat erlaubt, Daten über Bürgerinnen und Bürger zu sammeln. Die Corona-Warn-App soll ihrer Ansicht nach eine „Überwachungsapp“ der Bundesregierung sein – dies ist allerdings schlichtweg falsch. Weder die Regierung noch andere Teile des Staatsapparates haben direkten Zugriff auf die in der App erhobenen Daten. Diese werden dezentral auf den Smartphones der User gespeichert, wobei lediglich anonymisierte Signale untereinander ausgetauscht werden. Damit erfüllt die Corona-Warn-App Prinzipien, wie sie auch in Gesetzen zu Datenschutz festgelegt sind.

Fehlende Kompatibilität

Ein anderer Kritikpunkt der App ist fehlende Kompatibilität, wobei dies hier tatsächlich ein doppeltes Problem ist. Zum einen kann die App nur auf Geräten installiert werden, welche Android und iOS unterstützen, was bereits einen Teil der Bevölkerung ausschließt. Darüber hinaus muss bei iOS die neueste Version 13.5 des Betriebssystems installiert sein, welche nur abwärts kompatibel bis iPhone 6s ist. Bei Android muss mindestens die Version Marshmallow installiert sein. Laut FAZ schließen diese Kriterien zwischen ca. 49,8 und 50,7 Millionen Menschen in Deutschland ein. Die aktuelle Downloadzahl beläuft sich auf 9,6 Millionen.

Das zweite Kompatibilitätsproblem ist anderer Natur. Bereits vor Wochen wurden Rufe nach einer gemeinsamen europäischen Lösung laut, um trotz Grenzöffnung, insbesondere während der Urlaubszeit, den Überblick über Infektionsketten zu behalten. Stattdessen ist das Gegenteil passiert. Es gibt eine Vielzahl an Corona-Apps – fast jedes Land kocht sein eigenes Süppchen, und das mit unterschiedlichen Ansätzen. Die französische Corona-App läuft beispielsweise über zentrale Datenspeicherung. Dadurch ist eine zukünftige, länderübergreifende Zusammenarbeit der Apps nahezu ausgeschlossen.

Bild: Bundesregierung

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