Führt Corona zur Freiberufler-Krise?

Seit einigen Wochen ist die kommt das öffentliche Leben wieder ins Rollen: Geschäfte und Restaurants haben wieder geöffnet; die Lockdown-Maßnahmen werden Schritt für Schritt zurückgefahren. Und doch stehen gleichzeitig der deutschen Wirtschaft teilweise noch besonders schwierige Zeiten ins Haus. So könnte das Corona-Virus zu einer Freiberufler-Krise führen.

Freiberufler-Krise in Zahlen

Fakt ist, dass in Zeiten von Kurzarbeit und Liquiditätsproblemen häufig als erstes an freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gespart wird. Eine Umfrage des Handelsblatts ergab: Nur 4,5 Prozent der Befragten Freiberufler hatten keine Probleme aufgrund der Pandemie. Rund ein Drittel (33,7 Prozent) hatten spürbare, aber geringe Folgen. 37,3 Prozent hatten starke und ein Viertel (24,5 Prozent) sogar sehr starke Auswirkungen zu beklagen. Dabei sind jedoch keineswegs alle Berufsgruppen gleichermaßen betroffen. Die Digitalbranche etwa hat gute Aussichten auf Erholung, wobei sich auch hier selbstverständlich einige Freelancer bedroht sehen.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Am schlimmsten traf es die freien Kulturberufe – Dreiviertel von ihnen sind stark oder sehr stark von der Corona-Krise betroffen. Am zweitstärksten müssen die freien Heilberufe mit der Krise kämpfen. Von ihnen sind mehr als zwei Drittel stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Jeweils gut bzw. knapp die Hälfte ist bei wirtschafts-, steuer- und rechtsberatenden sowie bei den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen betroffen. Die Hilfen des Bundes sicherten für viele zwar kurzfristig das Überleben, aber gerade in den nächsten Monaten wird es weiterhin zu Auftragsarmut und daraus resultierenden Liquiditätsproblemen kommen. Weitere Informationen zur Inanspruchnahme von Hilfsprogrammen finden Sie unter der Seite des BMWI. Andere Informationen zur besseren Strukturierung als Freelancer gibt es unter erfolg-als-freiberufler.de.

Probleme bei Staatshilfen

Zwar halfen die Finanzspritzen des Bundes vielen Freelancern während der Krise über die ersten Durststrecken, aber nun ist es wichtig, eine entsprechende Nachsorge zu leisten. Darüber hinaus kritisierten viele das geringe Bearbeitungstempo, was andererseits bei der Fülle an Aufträgen durchaus verständlich ist. Neben der Soforthilfe wünschen sich viele Freiberuflerinnen und Freiberufler nun angepasste Überbrückungshilfen, um kurzzeitige Liquiditätsengpässe zu überwinden. Darüber hinaus wird eine Miteinbeziehung des Lebensunterhaltes gefordert. Bislang verweigert dies die Bundesregierung allerdings.

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