Kontakt-Tagebuch: Update für Corona-Warn-App

Die Bundesregierung veröffentlichte kürzlich die neue Version der Corona-Warn-App 1.10. Die wohl wichtigste Neuerung ist ein neues Feature: Das Kontakt-Tagebuch.

Corona-Warn-App 1.10

Es ist noch nicht mal zwei Wochen her, da erschien das letzte Update 1.9 für die Corona-Warn-App. Dabei wurde die Schnittstelle Exposure Notification Framework (ENF), welche Google und Apple entwickelten, verbessert. Dies soll die Analyse von Risikokontakten in Zukunft erleichtern. Die App zählt seit ihrer Erstveröffentlichung am 16. Juni 2020 rund 24 Millionen Downloads. Mit der neuen Version 1.10 erweiterten sie die Entwickler nun um ein lange gefordertes Feature.

Bereits vor Veröffentlichung der App hielten Politikerinnen und Politiker die Bevölkerung an, Protokoll über ihre täglichen Begegnungen zu führen. Damit kann das zuständige Gesundheitsamt im Fall einer Infektion im Nachhinein erkennen, welche Personen möglicherweise ebenfalls infiziert sind. Zwar sind die Erkennung und temporäre Speicherung der Kontakte eigentlich die Hauptaufgaben der App, aber zum einen kann es theoretisch zu nicht erkannten Kontakten kommen und zum anderen verfügen selbstverständlich nicht alle Personen über die App oder haben ihr Smartphone immer dabei.

Wie funktioniert das Kontakt-Tagebuch?

Innerhalb der App gibt es eine neue Schaltfläche namens Kontakt-Tagebuch, welche ein neues Fenster öffnet. Hier werden die letzten 16 Tage als Kalender festgehalten. Für jeden Tag können User einzeln eintragen, welche Person oder welchen Ort sie besucht haben. Die App speichert diese Eingaben ab, sodass häufige Kontakte oder Orte nicht jedes Mal komplett von neuem eingetippt werden müssen. Die Eintragungen werden automatisch nach 16 Tagen gelöscht, da eine Corona-Infektion nur innerhalb von 14 Tagen nach einem Kontakt stattfinden kann.

Kontakt-Tagebuch - Screenshots aus der Corona-Warn-App
Bild: SAP

Die Nutzung dieses Features ist freiwillig. Ist man selbst infiziert, kann man nochmals darüber entscheiden, die Daten an das zuständige Gesundheitsamt weiterzugeben. Dies geschieht per SMS, WhatsApp, iMessage oder E-Mail im Rich-Text-Format (RTF). Eine zuverlässig geführte Liste kann im Ernstfall andere Personen vor Ansteckung und damit schwerer Krankheit bewahren. Selbstverständlich wird eine solche Kontaktliste lediglich für die Identifizierung von Risikobegegnungen verwendet. Danach vernichtet sie das Gesundheitsamt.

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