Führt Corona-Pandemie zum Trendwechsel bei Homeoffice?

Die Deutschen sind Büromenschen. Im Vergleich zu ähnlichen Industrienationen in Europa ist die Quote derer, die von Zuhause aus arbeiten, deutlich niedriger. Während der Corona-Pandemie sahen und sehen sich viele jedoch gezwungen, vom Homeoffice aus zu arbeiten. Eine neue IW-Studie beleuchtet unter anderem, ob dies längerfristige Auswirkungen für die Gesellschaft in der Bundesrepublik haben könnte.             

Fast die Hälfte arbeitet bereits im Homeoffice

Von den rund 14,8 Mio. Beschäftigten, die im Büro arbeiten, arbeiteten 2018 bereits 46 Prozent von Zuhause aus. Diese Möglichkeit wurde von den meisten allerdings nur gelegentlich wahrgenommen. Grundsätzlich hätten weitere 39 Prozent einen Job, welcher potentiell im Homeoffice erledigt werden kann. Im Rahmen der Corona-Pandemie verlegten die Mehrheit der Bürobeschäftigten ihre Arbeitsplätze in die eigenen vier Wände, aber wie sieht die Zukunft aus? Nach Meinung der Trendforscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) könnte es nicht zuletzt aufgrund der derzeitigen Lage und vor allem auch aufgrund der einfacheren Umsetzung von Heimarbeit durch die Digitalisierung schon bald zu permanenten Veränderungen am Arbeitsmarkt kommen.

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Hohe Immobilienpreise sind schon lange ein umstrittenes Thema in vielen Großstädten in der Bundesrepublik. Neben dem Zuzug von Personen aus ländlichen Regionen ist die Nachfrage nach Büroflächen – ausgelöst von der steigenden Anzahl der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor – ein wichtiger Faktor für den massiven Preiszuwachs. Im Jahr 2015 betrug das Marktvolumen der Büroimmobilien 735 Mrd. Euro und allein 2018 wurde Büroflächen für 36,6 Mrd. Euro gehandelt.

Langfristig würde eine Erhöhung der Arbeitszeit im Homeoffice zu Einsparung von Büroflächen führen und so letztendlich mancherorts möglicherweise ein wenig Luft aus der Immobilienblase lassen. Die Prognose für die Steigerung der Erwerbstätigen im Homeoffice liegen zwischen 10 und 15 Prozent, was eine Reduktion der benötigten Büroflächen von 5, bzw. von 10 Prozent nach sich ziehen würde. Dies müssen sowohl Anleger als auch Standplaner bei zukünftigen Projekten in Betracht ziehen.

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