Studie: Hälfte der Schäden für deutsche Industrie durch Hackerangriffe

In den Jahren 2016 und 2017 verursachten Angriffe auf deutsche Unternehmen Schäden in Milliardenhöhe. Die Attacken umfassten unter anderem Datendiebstahl, Spionage und Sabotage durch Hackerangriffe.

43 Milliarden Euro Schaden

Eine Studie von des Digitalverbands Bitkom bei der repräsentativ 503 Mitarbeiter verschiedener Branchen befragt wurden, förderte alarmierende Ergebnisse zu Tage. So wurden sieben von zehn Industrieunternehmen in der Bundesrepublik Opfer von Attacken im Zeitraum der vergangenen zwei Jahre. Die Verluste für die Wirtschaft belaufen sich auf 43,3 Milliarden Euro, wobei rund die Hälfte der entstandenen Schäden durch Hackerangriffe verursacht wurde. Analoge Angriffe verlieren hingegen zunehmend an Bedeutung. Etwa bei einem Drittel der Befragten wurden beispielsweise IT- und Telekommunikationsgeräte gestohlen. Einem Fünftel der Unternehmen wurden sensible Dokumente in analoger Form entwendet und bei einem Zehntel kam es zu analoger Sabotage – etwa von Geräten im Betrieb.

Bild: Bitkom

Eigene Mitarbeiter sind der beste Schutz

23 Prozent beklagen den digitalen Datenklau von sensiblen Informationen zwischen 2016 und 2017. Auch digitale Sabotage (19 Prozent) und Spionage (11 Prozent) wurden vermehrt verzeichnet. Letztere bezog sich meist auf das Abhören, bzw. Mitlesen von E-Mails oder Messengern. Insgesamt wurden fast die Hälfte der Befragten Opfer von Datenklau – häufig handelte es sich dabei jedoch glücklicherweise um belanglose Kommunikationsdaten. Allerdings wurden dennoch jeweils in einem Fünftel der Unternehmen Finanzdaten und Kundendaten durch Hackerangriffe entwendet.

Ein Grund für die hohen Schäden ist laut der Studie leider nach wie vor die Nachlässigkeit vieler Unternehmen im Bereich IT-Sicherheit. Der beste Schutz gegen Angriffe sind die eigenen Mitarbeiter. Diese sollten dahingehend geschult werden, um Hinweise richtig zu deuten und im Falle eines Angriffes richtig zu reagieren. Bei sechs von zehn Attacken wurden diese durch Unternehmensmitarbeiter aufgedeckt. Nur vier von zehn – der zweite Rang – konnten Sicherheitssysteme erkennen. Überraschend ist hingegen, dass die meisten Hackerangriffe durch ehemalige oder derzeitige Mitarbeiter durchgeführt wurden – stolze 63 Prozent. Rund die Hälfte gehen auf andere Unternehmen und nur 17 Prozent auf organisierte Kriminalität zurück. Rund ein Drittel der Cyberattacken wird von Hobby-Hackern begangen.

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